Eine 14jährige Weltumseglerin – Gedanken zum Start von Laura Dekker

August 28th, 2010 by unternehmen

Sie hat es tatsächlich geschafft! Am Samstag, 21.08.2010 ist die 14jährige Laura Dekker von Portugal aus alleine mit Ihrem Schiff „Guppy“ losgesegelt. Ihr Ziel: Als jüngster Mensch alleine die Welt zu umsegeln. Die nächsten zwei Jahre wird Sie vor allem alleine auf dem Schiff sein, die Medien sprechen von einem Kampf mit Stürmen auf hoher See, Einsamkeit und vielleicht Piraten. Möglicherweise hat Laura aber bereits die größte Hürde schon geschafft: Den Ihrem Start vorangegangen war ein einjähriger Streit mit Ämtern und Gerichten, sowie die öffentliche Diskussion, ob ein 14jähriges Mädchen dafür reif sei und ob man so etwas überhaupt erlauben könne, wer die Verantwortung trägt usw.

(Wenn Sie bisher noch nichts von Laura Dekker gehört oder gelesen haben, dann finden Sie z.B. auf der Spiegel-Seite über Sie ausführliche Informationen.

Warum ich denke, dass Sie möglicherweise die größte Hürde schon geschafft hat: Weil die Verwirklichung Ihres Lebenstraums begonnen hat.

Und während Sie weiterlesen frage ich Sie: Was ist Ihr Lebenstraum? Wofür sind Sie bereit zu kämpfen und alles zu geben?

Ich persönlich bin der Ansicht, dass es weit mehr gibt, als die Dinge, die wir mit unserer Wahrnehmung erfassen können. Glücklicherweise wird dies inzwischen auch von der modernen Wissenschaft (z.B. Metaphysik) bestätigt. In diesem Zusammenhang glaube ich an ein Leben vor- und nach dem Tod. Und ich glaube dass jeder Mensch sich für sein Leben gewisse Aufgaben und Lebensträume aussucht. Auf welche Weise dies geschieht überlasse ich Ihrem Glauben (da gibt es „Göttliche Bestimmung“, „Karma“ und sicher noch einiges mehr).

Laura Dekker hat sich also ausgesucht, dass Sie als jüngster Mensch die Welt umsegeln will. Und um optimal darauf vorbereitet zu sein ist sie 1995 gleich auf dem Wasser geboren, nämlich auf dem Segelschiff Ihrer Eltern, die bei einer Weltreise mit dem Segelboot in Neuseeland Station machten. Wem die Welt gehören will, dem ist die Zugehörigkeit zu einem Staat zu wenig: Durch ihren Vater besitzt sie die niederländische, durch die Mutter die deutsche und durch den Geburtsort die neuseeländische Staatsangehörigkeit. Bis zur Scheidung Ihrer Eltern im Jahr 2002 verbrachte sie die meiste Zeit Ihres Lebens auf dem Segelboot. Man könnte also behaupten, sie kennt das Meer besser als das Land.

Zum Lebenstraum: Bei Ihrem Abschied in Holland Anfang August sagte Sie den unzähligen Reportern: „Seit ich acht Jahre alt war wollte ich um die Welt segeln, als ich zehn war, war ich mir dieser Sache wirklich sicher, aber meine Eltern haben es mir damals nicht erlaubt.“

Da frage ich nochmal Sie: Was für Träume hatten Sie mit acht Jahren? Erinnern Sie sich noch daran?

Ihr Vater gab Ihr schließlich die Erlaubnis, doch da spielten die niederländischen Ämter nicht mit. Durch eine Gerichtsentscheidung wurde Ihr erster Start (01.09.09) verhindert. Das Gericht schränkte das Sorgerecht der Eltern ein und stellte Laura unter amtliche Aufsicht. Ein Kinderpsychologe sollte klären, ob Laura in der Lage sei, eine Weltumseglung zu überstehen. Das Jugendamt wollte Laura in ein Heim einweisen. Doch Lauras Traum war stärker und im Dezember 2009 galt sie plötzlich als vermisst. Sie war abgehauen in die Karibik – dort wollte sie sich ein Boot kaufen. Nun kommt man ja als 14jährige nicht einfach so in ein Überseeflugzeug und kann unbemerkt sein Land verlassen. Laura schon: Sie fuhr nach Paris, zeigte dort ihren neuseeländischen Pass und den niederländischen Behörden ihre Grenzen auf.
Die Diskussionen ob sie nun dafür reif genug ist, oder nicht, werden wohl auch nach Ihrem jetzigen Start nicht aufhören. Sollte eine erneute Vermissten-Meldung (dieses Mal Ihres Schiffs) in die Presse gehen, dann werden wohl sofort alle wieder aufschreien, die schon immer daran gezweifelt haben und sich im Recht sehen. Laura selbst sagte zu den Gefahren im Interview: „Ja, man kann sagen, dass alles ist gefährlich, aber wenn Du weißt, was Du tust, ist es alles das Gleiche“
Ein kluger Satz eines so jungen Menschen! Denn möglichweise ist in diesem Zusammenhang eine Weltumseglung tatsächlich ungefährlicher als die Fahrt mit dem Auto (zwei Mio. Verkehrsunfälle, ca. 4000 Verkehrstote jährlich in Deutschland).

Ich wünsche Laura, dass Sie die Verwirklichung Ihres Traums in jedem Moment genießen kann und gesund und glücklich in zwei Jahren wieder nach Hause kommt. Doch halt, das muss ich anders schreiben: …und glücklich in zwei Jahren wieder in den Niederlanden ankommt. Denn zu Hause ist sie auf dem Meer.

Bei allen guten Wünschen besteht wie bei jedem Menschen die Möglichkeit, dass das Leben schneller endet wie gewünscht. In diesem Fall gäbe es ein Aufschrei, wie das alles überhaupt hat erlaubt werden können und die Gerichte wären weiter mit diesem Fall beschäftigt.

Ich denke: Lieber glücklich in seinem Element (Meer) gestorben, als an der Verzweiflung seinen Lebenstraum nie begonnen zu haben. Stellen Sie sich vor Laura wäre tatsächlich letztes Jahr in einem Heim gelandet und einige Jahre später an Krebs (Todesursache Nr. 2 in Deutschland, 113.000 Deutsche pro Jahr), Suizid (11.000 Deutsche pro Jahr), Essstörungen (6.000) oder Drogen gestorben. Das wäre den Medien vielleicht noch eine ganz kleine Nachricht wert gewesen. Dabei sind dies für mich genau die Todesursachen, die von Menschen erzählen, die nicht Ihren Traum gelebt haben. Die sich nicht selbst in vollem Umfang verwirklichen konnten. Die irgendwann vor dem System in dem sie lebten bzw. vor sich selbst kapituliert haben. Und in Folge dessen der Körper und/oder die Psyche Ihren Dienst quittiert haben.

Ich wünsche Ihnen: Lassen Sie es nicht soweit kommen! Leben Sie Ihre Träume und tun Sie noch heute etwas dafür! Und wenn Sie die Träume nicht kennen, dann starten Sie tief im Herzen damit. Ihr Traum muss keine Weltumseglung sein, es muss Ihr Lebenstraum sein. Sie dürfen auch mehrere Lebensträume haben! :-) Ihr Traum muss nicht in den Medien erscheinen, das wichtigste ist: Es muss für Sie etwas ganz großes sein! Und wenn Sie den Traum sich erfüllt haben, dann sind Sie ganz groß! Entfalten Sie sich, entfalten Sie Ihre Träume!

Ich wünsche Ihnen volle Entfaltung und wahre Größe! Wünschen Sie mit mir Laura Dekker alles Gute für Ihre Weltumseglung und denken Sie bei jeder Pressemeldung an Ihren Traum.
Herzliche Grüße
Joachim Trott 

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This entry was posted on Samstag, August 28th, 2010 at 16:48 and is filed under Allgemein, Gedanken zum Zeitgeschehen. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

2 responses about “Eine 14jährige Weltumseglerin – Gedanken zum Start von Laura Dekker”

  1. unternehmen said:

    Sie hat mittlerweile den Atlantik durchquert.

  2. Joachim Trott said:

    Laura Dekker ist angekommen und hat Ihre Weltumseglung erfolgreich beendet. Dies stand am Montag, 23.01.2012 in verschiedenen Zeitungen (z.B. auf der Titelseite der Welt Kompakt). Weitere Links:
    http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,810595,00.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Laura_Dekker

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